Ein Putter wirkt auf den ersten Blick simpel. Er soll den Ball nur wenige Meter über das Grün rollen lassen. In der Praxis ist er aber einer der wichtigsten Schläger im Bag, weil mit ihm auf fast jeder Bahn mindestens ein bis zwei Schläge gespielt werden. Wer den falschen Putter nutzt, verliert nicht nur Putts, sondern auch Vertrauen.
Der beste Putter ist nicht automatisch das teuerste Modell und auch nicht der Putter, den ein Tourspieler verwendet. Entscheidend ist, dass Kopfform, Gewicht, Schaftposition, Länge und Griff zu Ihrer Haltung und zu Ihrer natürlichen Puttbewegung passen. Genau darum geht es in diesem Ratgeber.
Spielertyp / Puttbewegung |
Passender Putter-Typ |
Warum das funktioniert |
Gerader bis leicht gebogener Stroke |
Face-balanced Mallet oder Double-Wide |
Viel Stabilität, einfache Ausrichtung und weniger Verdrehung im Treffmoment |
Deutlicher Bogen im Stroke |
Blade oder Putter mit mehr Toe-Hang |
Die Schlagfläche kann natürlicher öffnen und schließen |
Probleme mit Richtung und Ziel |
Mallet mit klaren Alignment-Linien |
Optische Hilfen erleichtern Setup und Startlinie |
Probleme mit Längenkontrolle |
Putter mit gutem Feedback und passendem Kopfgewicht |
Mehr Gefühl für Tempo, Roll und Treffqualität |
Unsichere Hände |
Dickerer oder konturierter Griff |
Reduziert überaktive Handgelenke und stabilisiert die Bewegung |

Blade-Putter sind kompakt, klassisch und liefern viel Feedback. Sie passen häufig zu Spielern, die ein gutes Gefühl für Treffpunkt und Tempo haben. Der Nachteil: Bei nicht mittigen Treffern verzeihen sie weniger als größere Kopfformen.
Mallet-Putter haben einen größeren Kopf und meist mehr Gewicht am Rand. Dadurch bleiben sie bei kleinen Fehltreffern stabiler. Viele Amateure profitieren von dieser Fehlertoleranz, besonders wenn kurze Putts häufig rechts oder links am Loch vorbeilaufen.
Mid-Mallet-Modelle liegen zwischen beiden Welten. Sie bieten mehr Stabilität als ein klassischer Blade, wirken aber nicht so groß wie ein voller Mallet. Für viele Golfer ist genau diese Mischung ideal.
Viele Käufer achten zuerst auf Marke und Optik. Wichtiger ist aber, wie sich die Schlagfläche während des Strokes bewegt. Ein face-balanced Putter zeigt, wenn man ihn auf dem Finger balanciert, mit der Schlagfläche eher nach oben. Er unterstützt eine geradere Bewegung mit wenig Rotation.
Ein Putter mit Toe-Hang lässt die Spitze des Schlägerkopfs nach unten hängen. Er passt eher zu Spielern, deren Puttbewegung in einem Bogen verläuft. Wer hier falsch wählt, kämpft häufig mit offenen oder geschlossenen Schlagflächen im Treffmoment.
Die Standardlänge passt nicht automatisch. Ein zu langer Putter zwingt viele Spieler zu aufrechter Haltung, die Augen liegen zu weit innen und die Hände werden passiv. Ein zu kurzer Putter kann wiederum zu viel Spannung im Rücken und in den Schultern erzeugen.
Eine gute Orientierung: Stellen Sie sich bequem über den Ball, lassen Sie die Arme locker hängen und prüfen Sie, ob die Augen ungefähr über oder knapp innerhalb der Balllinie liegen. Der Putter sollte diese natürliche Haltung unterstützen, nicht verändern.
Ein dünner Griff gibt viel Feedback, kann aber die Hände aktiver machen. Ein dickerer Griff stabilisiert oft die Handgelenke und hilft Spielern, die beim Putten ziehen oder drücken. Konturierte Griffe können zusätzlich helfen, die Hände wiederholbar gleich zu positionieren.
Wichtig ist, den Griff nicht isoliert zu betrachten. Ein schwerer Kopf mit sehr dickem Griff fühlt sich anders an als ein leichter Blade mit Standardgriff. Testen Sie immer die Kombination aus Kopf, Länge und Griff.

Viele Putts werden nicht wegen schlechter Technik verfehlt, sondern weil die Schlagfläche schon im Setup nicht korrekt ausgerichtet ist. Klare Linien, kontrastreiche Oberflächen und geometrische Formen können helfen, die Startlinie besser zu erkennen.
Wer häufig kurze Putts unterschätzt, sollte einen Putter wählen, der beim Ansprechen sofort Vertrauen vermittelt. Wenn Sie sich über dem Ball unsicher fühlen, ist das Modell wahrscheinlich nicht ideal - egal wie gut es technisch klingt.
· Nur nach Marke oder Tour-Erfolg kaufen, statt den eigenen Stroke zu berücksichtigen.
· Zu wenig auf Länge und Haltung achten.
· Mallet-Putter ablehnen, obwohl mehr Stabilität die Ergebnisse verbessern würde.
· Den Griff unterschätzen und nur den Schlägerkopf testen.
· Zu schnell wechseln, bevor Tempo und Setup wirklich geübt wurden.
1. Bestimmen Sie Ihre Puttbewegung: eher gerade, leicht gebogen oder deutlich gebogen.
2. Wählen Sie die Kopfform passend zu Ihrem Bedarf: Feedback, Stabilität oder Ausrichtung.
3. Prüfen Sie Länge und Haltung, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.
4. Achten Sie auf den Griff: Standard, Oversize oder konturiert.
5. Vergleichen Sie Putter nicht nur auf kurzen Putts, sondern auch bei langen Lag-Putts.
Der richtige Putter nimmt Ihnen die Arbeit nicht ab, aber er macht wiederholbare Bewegungen leichter. Wenn Kopfform, Balance, Länge und Griff zusammenpassen, starten Putts häufiger auf der richtigen Linie und die Distanzkontrolle wird stabiler.